aus "Aus der Neo-Welt"

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Versucht man, die Anzahl der Nachbaranschläge, die nicht von Zeige- und Mittelfinger angeschlagen werden, so gering wie möglich zu halten, bekommt man eine neue Gruppe von Tastaturen. Solche Nachbaranschläge mit den äußeren Fingern sind physiologisch schwierig, da diese Finger nur unter großer Konzentration unabhängig bewegt werden können. Eine Tastaturbelegung, die sich diesem Umstand widmet steht damit im Geiste Dvoraks.

Bei AdNW gibt es aus dieser Sicht eine Stelle, die besonders ins Auge fällt: 'I' & 'E' werden durch Nachbaranschläge des Ringfingers und des Mittelfingers geschrieben. Da die beiden Bigramme 'ei' und 'ie' sehr häufig sind, mag das für manche störend sein. Die beiden hier vorgestellten Tastaturen K.O,Y und K.A,Y umgehen dieses Manko, indem das 'I' auf die andere Seite des 'E' wandert und damit 'E' & 'I' nun mit den Mittelfinger und dem Zeigefinger angeschlagen werden, mit den beiden beweglichsten und für gegenläufige Bewegungen am besten geeignetsten Fingern. Ein weiterer Nebeneffekt dieses Positionierungsansatzes ist, dass die häufigen Buchstaben weiter innen landen und deshalb mehr Bigramme einwärts geschrieben werden.

Hier zwei Statistiken mit deutschem Korpus im Vergleich mit AdNW:

K.O,Y

 K.O,Y VGCLßZ
 HAEIU DTRNSF
 XQÄÜÖ BPWMJ

 Auswertung der Einzelnen Anschläge:

 Lageaufwand .............................. 157.80

 Verteilung auf Hände und Zeilen in Prozent:
             Links   Rechts   Gesamt
     Oben     6.27    11.74    18.02
    Mitte    37.54    35.79    73.32
    Unten     1.49     7.17     8.66
   Gesamt    45.30    54.70   100.00

 Verteilung auf die Finger in Prozent:
  5.74  6.40 19.40 13.77 - 17.42 11.56 16.31  9.40

 Auswertung aller Bigramme:
 Handwechsel ..............................  71.18
 Kollisionen:
  - gleiche Reihe ........   0.13
  - einfacher Reihensprung   0.85
  - doppelter Reihensprung   0.09
  - Summe ........................   1.07
 Kollision mit Shift .............   0.18
 Nachbaranschläge:
  - gleiche Reihe ........   7.74
  - einfacher Reihensprung   3.06
  - doppelter Reihensprung   0.03
  - Summe ......................... 10.83
 Doppelbuchstaben ................   2.33
 Einwärtsbewegung ................  16.51
 Auswärtsbewegung ................   8.72
 Summe Bigramme ohne Handwechsel...........  28.82
 Summe .................................... 100.00

 Beteiligung der Tastenreihen:
 Obere Reihe .............................   17.82
 Mittlere Reihe ..........................   74.15
 Untere Reihe ............................    8.03
 Summe ...................................  100.00

 Verteilung der Kollisionen auf die Finger
 ... ohne Shiftkollisionen:
  0.04  0.01  0.04  0.06 -  0.44  0.19  0.20  0.10
 ... mit Shiftkollisionen:
  0.12  0.01  0.04  0.06 -  0.44  0.19  0.20  0.20

 Benachbarte Anschläge: 10.83 %
 Verteilung                  links   rechts  gesamt
 Zeige/Mittelfinger........   5.11    2.36    7.46
 Andere Finger ............   1.32    2.05    3.36
 Summe ....................   6.42    4.41   10.83

 Kollisionen mit doppeltem Reihensprung:

 lm 0.037%
 ml 0.020%
 bg 0.019%
 gb 0.005%
 gp 0.001%
 bv 0.001%

 Nachbaranschläge mit doppeltem Reihensprung:

 lw 0.006%
 zm 0.004%
 mz 0.003%
 gw 0.003%
 mc 0.002%
 ßm 0.001%
 lj 0.001%
 bc 0.001%
 wl 0.001%
 pc 0.001%

K.A,Y

 K.A,Y PDLMJß
 HOEIU GTRNSX
 ZQÄÜÖ BCWVF

 Auswertung der Einzelnen Anschläge:

 Lageaufwand .............................. 171.58

 Verteilung auf Hände und Zeilen in Prozent:
             Links   Rechts   Gesamt
     Oben     9.11    12.45    21.55
    Mitte    34.70    32.37    67.07
    Unten     2.63     8.74    11.37
   Gesamt    46.44    53.56   100.00

 Verteilung auf die Finger in Prozent:
  6.88  3.56 22.23 13.77 - 19.38 12.46 13.45  8.26

 Auswertung aller Bigramme:
 Handwechsel ..............................  70.74
 Kollisionen:
  - gleiche Reihe ........   0.24
  - einfacher Reihensprung   0.72
  - doppelter Reihensprung   0.04
  - Summe ........................   1.01
 Kollision mit Shift .............   0.20
 Nachbaranschläge:
  - gleiche Reihe ........   7.13
  - einfacher Reihensprung   4.15
  - doppelter Reihensprung   0.31
  - Summe ......................... 11.59
 Doppelbuchstaben ................   2.33
 Einwärtsbewegung ................  17.48
 Auswärtsbewegung ................   8.25
 Summe Bigramme ohne Handwechsel...........  29.26
 Summe .................................... 100.00

 Beteiligung der Tastenreihen:
 Obere Reihe .............................   19.86
 Mittlere Reihe ..........................   68.93
 Untere Reihe ............................   11.21
 Summe ...................................  100.00

 Verteilung der Kollisionen auf die Finger
 ... ohne Shiftkollisionen:
  0.06  0.01  0.08  0.06 -  0.44  0.23  0.07  0.06
 ... mit Shiftkollisionen:
  0.14  0.01  0.08  0.06 -  0.44  0.23  0.07  0.18

 Benachbarte Anschläge: 11.59 %
 Verteilung                  links   rechts  gesamt
 Zeige/Mittelfinger........   5.86    3.56    9.42
 Andere Finger ............   0.75    1.42    2.17
 Summe ....................   6.61    4.98   11.59

 Kollisionen mit doppeltem Reihensprung:

 db 0.007%
 lw 0.006%
 kz 0.005%
 zk 0.003%
 dc 0.003%
 bd 0.002%
 wl 0.001%
 fj 0.001%
 bp 0.001%
 mv 0.001%
 pc 0.001%

 Nachbaranschläge mit doppeltem Reihensprung:

 bl 0.110%
 lb 0.083%
 lc 0.038%
 dw 0.014%
 fm 0.010%
 lv 0.009%
 mf 0.009%
 z. 0.009%
 mw 0.007%
 cl 0.006%
 aq 0.001%
 vl 0.001%
 ßv 0.001%

«Aus der Neo-Welt»

 KUÜ.Ä VGCLJF
 HIEAO DTRNSß
 XYÖ,Q BPWMZ

 Auswertung der Einzelnen Anschläge:

 Lageaufwand .............................. 158.23

 Verteilung auf Hände und Zeilen in Prozent:
             Links   Rechts   Gesamt
     Oben     7.18    12.23    19.41
    Mitte    36.47    34.34    70.81
    Unten     1.66     8.13     9.78
   Gesamt    45.30    54.70   100.00

 Verteilung auf die Finger in Prozent:
  5.74 11.73 17.08 10.76 - 17.42 11.56 16.31  9.40

 Auswertung aller Bigramme:
 Handwechsel ..............................  71.18
 Kollisionen:
  - gleiche Reihe ........   0.06
  - einfacher Reihensprung   0.89
  - doppelter Reihensprung   0.10
  - Summe ........................   1.05
 Kollision mit Shift .............   0.18
 Nachbaranschläge:
  - gleiche Reihe ........   7.07
  - einfacher Reihensprung   3.19
  - doppelter Reihensprung   0.09
  - Summe ......................... 10.36
 Doppelbuchstaben ................   2.33
 Einwärtsbewegung ................  16.01
 Auswärtsbewegung ................   9.24
 Summe Bigramme ohne Handwechsel...........  28.82
 Summe .................................... 100.00

 Beteiligung der Tastenreihen:
 Obere Reihe .............................   19.67
 Mittlere Reihe ..........................   71.91
 Untere Reihe ............................    8.43
 Summe ...................................  100.00

 Verteilung der Kollisionen auf die Finger
 ... ohne Shiftkollisionen:
  0.04  0.03  0.00  0.05 -  0.44  0.19  0.20  0.10
 ... mit Shiftkollisionen:
  0.12  0.03  0.00  0.05 -  0.44  0.19  0.20  0.20

 Benachbarte Anschläge: 10.35 %
 Verteilung                  links   rechts  gesamt
 Zeige/Mittelfinger........   0.42    2.36    2.78
 Andere Finger ............   5.53    2.05    7.57
 Summe ....................   5.95    4.41   10.35

Besprechung der Eigenschaften

Legt man andere Schwerpunkte bei der Optimierung einer Tastaturbelegung, dann verschieben sich auch die Qualitätsmerkmalswerte. Optimiert man auf hohem Niveau, dann gewinnt man an einer Stelle, muss aber man an anderer Stelle Einbußen hinnehmen. Was sind die Hightlights und was sind die negativen Seiten dieser beiden AdNW-Alternativen?

K.O,Y:

K.O,Y unterscheidet sich von AdNW vor allem in der linken Seite der Belegung, die rechte Seite entspricht fast AdNW. Gerade Links hat AdNW relativ viele Nachbaranschläge mit den äußeren Fingern:

 links   rechts  (AdNW)
 5.53%    2.05%

dies sieht da schon viel angenehmer aus:

 links   rechts  (K.O,Y)
 1.32%    2.05%

Als weiteren Vorteil dieser Tastaturbelegung erkennt man, dass noch mehr Anschläge mit der Grundreihe gemacht werden können, als mit AdNW, nämlich 74,15% statt 71,91%. Dies mehr an Anschlägen wird unter anderem durch ein weniger an Anschlägen auf der unteren Reihe gewonnen, was sehr angenehm ist. Andere Kriterien sind auf Augenhöhe mit AdNW. In der Summe also keine Nachteile durch die Optimierung!

K.A,Y:

K.A,Y sieht von den Zahlen und der Belegung her etwas anders aus als AdNW - eigentlich sind nur die Buchstaben auf der Grundreihe in etwa stehen geblieben. Diese Tastaturbelegung hat bisher den niedrigsten Wert für Nachbaranschläge mit anderen Fingern als Zeige- und Mittelfinger. Dadurch, dass hier auch die rechten Buchstabenpositionen neu angeordnet wurden, konnte auch rechts die Anzahl der Nachbaranschläge mit den äußeren Fingern minimiert werden.

 links   rechts  (AdNW)
 5.53%    2.05%
 links   rechts  (K.O,Y)
 1.32%    2.05%

K.A,Y minimiert die seitlichen Nachbaranschläge auf beiden Seiten nochmal deutlich:

 links   rechts  (K.A,Y)
 0.75%    1.42%

Weitere Vorteile der Tastaturbelegung sind die deutliche Steigerung der Bevorzugung der Einwärtsbewegungen und eine Verringerung der Kollisionen für die äußeren Finger der rechten Hand. Erkauft wurden diese Vorteile mit einem leicht schlechteren Lagepunktewert und 1,6% mehr Anschlägen auf der unteren Zeile, als bei AdNW.

Variante für geschwungene Tastaturen („ergonomische Tastaturen“)

Der Autor der folgenden Zeilen schreibt meist auf einer geschwungenen Tastatur mit geteiltem Tastenfeld (Microsoft Sculpt Ergonomic Keyboard). Solche Tastaturen gibt es auch mit zusammenhängendem Tastenfeld. Die Hersteller bezeichnen sie oft als „ergonomische Tastaturen“. Wer auf einer solchen geschwungenen Tastatur schreibt, wird vielleicht feststellen, dass die Tasten links- und rechts-unten (X und J bei K.O,Y) relativ einfach zu erreichen sind. Das liegt an der gebogenen Form des Tastenfelds, die dazu führt, dass die kleinen Finger in der Grundhaltung fast schon auf diesen unteren Tasten zum Liegen kommen. Möglicherweise könnte es den einen oder anderen Nutzer einer geschwungenen Tastatur stören, dass bei der Variante K.O,Y die selten gebrauchten Buchstaben X und J auf diesen relativ wertvollen Tasten liegen. Aus diesem Grund habe ich drei kleine Änderungen an K.O,Y vorgenommen:

  1. K und X tauschen die Position (K kommt deutlich häufiger vor als X).
  2. Z und J tauschen (Z häufiger als J).
  3. ß und J tauschen (nach dem zweiten Schritt).

Der dritte Schritt ist vielleicht Geschmackssache. Mein Eindruck ist, dass die Taste ganz rechts-oben (Z bei K.O,Y) auf geschwungenen Tastaturen besonders schwer zu erreichen ist, während die links daneben liegende Taste eine kleinere Aufwärtsbewegung erfordert. Deshalb bekommt das etwas häufigere J diese bessere Position.

Das Ergebnis sieht so aus (X.O,Y):

X.O,Y VGCLJß
HAEIU DTRNSF
KQÄÜÖ BPWMZ

Der Optimierer gibt im Vergleich zu K.O,Y nahezu identische Werte aus – kein Wunder bei den geringen Veränderungen. Mein Eindruck mit einer geschwungenen Tastatur ist ein noch etwas angenehmeres Schreibgefühl als mit K.O,Y. Zum Zeitpunkt dieses Eintrags schreibe ich seit mehr als einem Jahr mit X.O,Y und bin damit sehr zufrieden.

URL: http://www.adnw.de/index.php?n=Main.SeitlicheNachbaranschl%c3%a4ge
Zuletzt geändert am 03.02.2016 22:31 Uhr